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Polyethylenglykol: Was du über PEG in Kosmetika wissen solltest

Polyethylenglykol ist besonders als Bestandteil von Kosmetika bekannt, kommt jedoch auch in anderen Gebieten zum Einsatz. Hier erfährst du mehr über PEG und die Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.

Was ist Polyethylenglykol und wofür wird es verwendet?

Polyethylenglykol (kurz: PEG) ist ein Polymer, d.h. es besteht aus Makromolekülen. Es kommt sowohl in flüssigem, als auch festem Zustand vor und ist sehr gut wasserlöslich. Außerdem kostet es nicht viel, Polyethylenglykol herzustellen. Aufgrund dieser Eigenschaften wird der Stoff in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt:

  • Pharmazie: PEG befindet sich in vielen Tabletten, Dragees, Salben oder Injektionspräparaten. Hier wird der Stoff vor allem als Wirkstoffträger eingesetzt.
  • Medizin: Polyethylenglykol ist zum Beispiel oft in künstlichen Tränenflüssigkeiten oder im Präparat zur Darmreinigung vor einer Darmspiegelung enthalten. Der Inhaltsstoff befindet sich auch in Flüssigkeiten, die Gewebe, Zellen und Organe konservieren.
  • Lebensmittelindustrie: Hier ist Polyethylenglykol vor allem in Süßstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln zu finden. Du erkennst es an der E-NummerE 1521„.
  • Technik und Industrie: PEG wird beispielsweise als Weichmacher, Trocknungs- oder Bindungsmittel eingesetzt. Als solches wird es dazu verwendet, Gummiartikel, Glasfarben und Klebstoffe herzustellen.
  • Kosmetik: Hier kommt Polyethylenglykol einerseits als Emulgator vor und sorgt für die gewünschte Konsistenz der Produkte. Zum Anderen sorgt es als Tensid dafür, dass Shampoos, Duschgels und Co. schäumen. PEG ist in fast allen Kosmetika zu finden, darunter zum Beispiel Cremes, Deodorants, Lippenstifte, Parfüms, Zahnpasta oder Badezusätze.

Als Derivate werden in der Chemie Stoffe bezeichnet, die von einer bestimmten Grundsubstanz abgeleitet wurden. Deshalb weisen sie eine ähnliche Struktur wie die Ausgangssubstanz auf. Alle Derivate des Polyethylenglykol werden mit „PEG“ und einer Zahl angegeben. Diese gibt an, aus wie vielen Moleküleinheiten der Stoff besteht (z.B. PEG-32, PEG-8, usw.).

Polyethylenglykol: problematisch für die Umwelt

Polyethylenglykol und PEG-Derivate werden aus Erdöl hergestellt. Die Bohrung nach Erdöl hat dabei verheerende Folgen für unser Klima und zerstört oft ganze Ökosysteme. Dadurch sind zahlreiche Tierarten bedroht: Jährlich gelangen beispielsweise circa 100.000 Tonnen Öl in die Weltmeere, wo sie Korallenriffe und Strände verunreinigen. Für Meeresbewohner stellen Öl-Rückstände im Wasser eine große Gefahr dar. Mehr dazu findest du in unserem Artikel: „Erdöl: Darum ist es für die Umwelt und das Klima so problematisch“

Zudem ist Polyethylenglykol ab einer bestimmten Molekülmasse schwer abbaubar. In der Regel wird der Stoff hergestellt, um möglichst lange stabil und haltbar zu bleiben. Beim Duschen, Haarewaschen und Zähneputzen können sie über den Abfluss in Gewässer gelangen und dort Tieren und der Umwelt schaden.

PEG: Probleme für die Gesundheit

Doch auch für unsere Gesundheit birgt PEG besonders in Kosmetika entscheidende Nachteile. So können Polyethylenglykol und PEG-Derivate unsere Haut anfälliger für Reizungen machen und Allergien auslösen. Dies geschieht dadurch, dass PEG unsere Haut durchlässiger machen kann. Dadurch kann sie zwar einerseits Wirkstoffe besser aufnehmen – allerdings gelangen auch Schadstoffe schneller in den Körper. Daher sind PEG-Derivate besonders für bereits gereizte Haut gefährlich.

In Studien konnten PEGs (bei einer gesunden Haut) keine giftigen oder reizenden Eigenschaften nachgewiesen werden, weshalb sie oft als „gut verträglich“ deklariert werden. In Kosmetika kombinieren Hersteller sie aber oft mit anderen, deutlich schädlicheren Inhaltsstoffen. Diese nimmt unsere Haut dann leichter auf, weil sie durch das PEG durchlässiger wird. Mehr zu fragwürdigen Substanzen in Kosmetika erfährst du hier: „Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Kosmetik“

Besonders PEG-Derivate werden zudem teilweise als krebserregende Stoffe eingestuft. Dies liegt vor allem am Ausgangsstoff für PEG, Ethylenoxid – ein Stoff, der auch für Frostschutzmittel verwendet wird. Jedoch fehlen in diesem Zusammenhang immer noch eindeutige wissenschaftliche Studien. Ethylenoxid gilt laut Codecheck außerdem als „potentiell erbgutschädigend“. 

Woran du Polyethylenglykol erkennst und wie du es vermeiden kannst

Polyethylenglykol befindet sich in fast allen herkömmlichen Kosmetikprodukten. Möchtest du auf die fragwürdige Substanz verzichten, solltest du die Liste der Inhaltsstoffe genau lesen. PEG und PEG-Derivate erkennst du entweder direkt an der Abkürzung „PEG“ in Verbindung mit einer bestimmten Zahl oder einem „-eth“ im Namen eines Stoffes. (z.B. Sodium Laureth Sulfat)

Zudem kannst du auf Naturkosmetik-Produkte zurückgreifen. Diese sind oft frei von PEGs und anderen fragwürdigen Substanzen. So waren in einer Analyse von Öko-Test alle vier untersuchten Naturkosmetik-Duschgele PEG-frei. In 18 von 21 konventionellen Produkten waren sie dagegen zu finden. Sichere dich jedoch auch bei naturkosmetischen Produkten ab, indem du Inhaltsstoffe nachliest.