Zu den nichtionischen Tensiden zählen unter anderem Zuckertenside. Sie überzeugen durch ihre hohe Hautverträglichkeit und Umweltverträglichkeit und eignen sich ideal für selbstgemachte Spülmittel und Shampoos.
Nichtionische Tenside: Vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Um mit Wasser effektiv Schmutz und Fett zu entfernen, sind Tenside unerlässlich. Diese chemischen Stoffe verbinden sich sowohl mit Wasser als auch mit Fetten, senken die Oberflächenspannung und ermöglichen so eine gründliche Reinigung. Das Wissensmagazin Spektrum beschreibt, dass Tenside je nach elektrischer Ladung in Kategorien unterteilt werden. Das Umweltbundesamt erläutert die typischen Anwendungen:
- Anionische Tenside tragen eine negative Ladung und dominieren in Wasch- und Reinigungsmitteln. Die Aggressivität variiert: Dazu gehören problematische Sulfat-Tenside, aber auch milde Seifen.
- Kationische Tenside sind positiv geladen und finden sich vor allem in Weichspülern.
- Nichtionische Tenside sind ungeladen und reinigen ebenso effektiv wie anionische Varianten. In Kosmetik und Hautpflege werden sie oft mit anionischen Tensiden kombiniert.
Nichtionische Tenside: Arten erkennen an der chemischen Bezeichnung
Gemäß EU-Recht müssen Tenside in Wasch- und Reinigungsmitteln innerhalb von 28 Tagen abbaubar sein. Dennoch belasten sie die Umwelt bis zur Zersetzung – verwende sie daher dosiert. Nichtionische Tenside gelten als besonders hautfreundlich und leicht abbaubar. Spektrum unterscheidet folgende Typen anhand der Endung:
- Endung auf -glucosid: Zuckertenside aus Glukose und pflanzlichen Ölen wie Kokosöl oder Maisstärke. Auf Etiketten als Akylpolyglucoside (APG) oder spezifisch wie "Lauryl-Glucoside", "Decyl-Glucoside" oder "Coco-Glucoside" aufgeführt.
- Endung auf -oxylate: Hierzu zählen Fettalkoholethoxylate (FAEO), die seit 1998 weitgehend Alkylphenolethoxylate (APEO) ersetzt haben. Das Bundesumweltministerium warnt vor den umweltschädlichen APEO-Rückständen in Klärschlamm und Wasserorganismen.
Das Reformhausmagazin Schrot & Korn hebt Zuckertenside in Bio-Shampoos als besonders hautverträglich hervor.
Nichtionische Tenside in Reinigern und Shampoos: Praktische Tipps
Beim Kauf von Reinigern immer Inhaltsstoffe prüfen – Apps wie Codecheck identifizieren schädliche Stoffe zuverlässig.
Für DIY-Spülmittel oder Shampoos eignen sich nichtionische Tenside hervorragend als Seifenalternative. Beachte jedoch:
- Tenside belasten die Umwelt bis zum Abbau. Halte dich strikt an Dosierungsanweisungen.
- Zuckertenside stammen oft aus Kokos- oder Palmkernöl. Spektrum nennt beide als Rohstoffe für Lauryl-Glucoside. Ohne Bio-Zertifizierung fehlen oft Angaben zur Herkunft. Regenwald.org empfiehlt heimische Öle, um Abholzung und CO2-Fußabdruck zu minimieren.
Erhältlich in Fachgeschäften oder Online-Shops für DIY-Kosmetik. Folge den Mischungsverhältnissen auf der Verpackung. Rohtenside sind hochalkalisch (pH > 11). Mit Essig oder Zitronensäure den pH-Wert auf neutral (pH 7) einstellen – für milde, hautfreundliche Produkte. Im Gegensatz zu Seifen, die alkalisch bleiben und reizen können.