Kaolin, auch Porzellanerde genannt, ist eine milde Heilerde, die empfindliche Haut sanft reinigt. Diese weiße Tonerde bietet vielfältige Vorteile und enthält zwar Aluminium, steht jedoch in keiner Verbindung zu den Aluminiumsalzen in Deodorants.
Kaolin: Die weiße Tonerde
Der Name Kaolin stammt aus dem Chinesischen und bezieht sich auf die Gao-Ling-Berge in China, den ältesten bekannten Fundort. Dort stellten die Chinesen ihr berühmtes Porzellan her.
Kaolin ist ein weißer, kreideähnlicher Stein, der sich in der Erdkruste aus Verbindungen von Aluminium und Silizium bildet.
- Chemisch zählt Kaolin zu den Silikaten – Verbindungen aus Silizium, Sauerstoff und Metallen. Sand ist das bekannteste Beispiel.
- Aluminium- und Siliziumschichten sind mit Sauerstoffatomen verknüpft, was das stabile Kristallgitter bildet. Kaolin schmilzt erst bei 1.450 °C.
Kaolin in der Kosmetik
1) Kaolin in der dekorativen Kosmetik
- Als mineralisches Farbpigment (CI 77005) findet Kaolin Verwendung in Lidschatten, Rouge und Lippenstiften.
- In Pudern und Make-up bindet es Fette und kaschiert den Fettglanz auf Stirn und Nase.
2) Kaolin in der pflegenden Kosmetik
- Seine fettbindende Wirkung eignet sich ideal für Masken und Cremes bei unreiner, empfindlicher Haut.
- Als natürliche Heilerde reinigt die feinkörnige Struktur sanft, entfernt abgestorbene Hautzellen und nimmt Talg sowie Schmutz aus den Poren auf – vorbeugend gegen Pickel und Milien.
- Kaolin quillt auf und verbessert die Cremekonsistenz für bessere Verteilbarkeit.
Alleskönner Kaolin: Von Porzellan bis Farben und Lacken
Die weiße Tonerde wurde durch chinesisches Porzellan bekannt. In Deutschland fördert man sie nahe Dresden, was die Manufakturen in Meißen und Hutschenreuther begünstigte.
Weitere Einsatzbereiche umfassen Farben, Papier und Gummi.
- Als weißes Farbpigment verleihen Kaolin Lacken Glanz und Härte.
- In der Papierproduktion dient es als Füllstoff und Aufheller – fast jedes Papier ist damit beschichtet.
- Bei Gummi, z. B. Autoreifen, sorgt es für Flexibilität.
- Als Emulgator und Trennmittel trennt es Pulver oder Fette in der Industrie.
- Bis 2014 war es als Lebensmittelzusatz (E559) zugelassen, wurde dann wegen Aluminiumbeschränkungen verboten.
Aluminium in Deodorants vs. Kaolin
Aluminium ist eines der häufigsten Erdzelemente, wird aber vom Körper nicht genutzt. Über die Nahrung gelangen täglich ca. 0,2 mg pro kg Körpergewicht ein (EFSA-Studie), was die tolerierbare Dosis von 0,14 mg/kg überschreitet. Gesunde Menschen scheiden es aus.
Forschung prüft Zusammenhänge mit Krebs oder Alzheimer. Aluminiumsalze in Antitranspirantien stehen im Verdacht, Brustkrebs zu fördern.
Die Wirkstoffe sind Aluminiumchlorid oder Aluminiumhydroxychlorid.
- Sie wirken adstringierend, verengen Poren und blockieren Schweiß durch Proteinverödung.
- Chlor kann reizend wirken und Deodorant-Ekzeme auslösen.
- Das BfR stuft die Risiken als „möglich“ ein; die Aufnahmeform ist entscheidend.
Aluminium tritt natürlich nur in Verbindungen auf. Die Stabilität bestimmt die Bioverfügbarkeit:
- Kaolin (Aluminium-Silizium) reinigt sicher die Haut.
- Wasserlösliche Aluminium-Chlor-Verbindungen greifen Hautproteine an.