Paraffin ist ein weit verbreiteter Rohstoff in der Industrie, etwa in Kerzen, Kosmetika und Schuhcreme. Doch der Stoff birgt gesundheitliche Risiken und belastet die Umwelt erheblich. Als Experten für nachhaltige Produkte erklären wir, warum Sie auf Paraffin verzichten sollten.
Was ist Paraffin und wie erkennen Sie es?
Paraffin besteht aus gesättigten Kohlenwasserstoffen und entsteht hauptsächlich als Abfallprodukt der Erdölindustrie. Es ist ölig, leicht wachsartig, geruchs- und geschmacklos, wasserabweisend sowie brennbar.
- ölig
- leicht wachsartig
- geruchs- und geschmacklos
- wasserabweisend
- brennbar
Diese Eigenschaften machen Paraffin kostengünstig und beliebt in der Industrie.
Sie finden Paraffin in:
- Kerzen
- Kosmetika
- Medizinprodukten
- Süßigkeiten
- Putzmitteln
Das Bundesamt für Verbraucherschutz stuft Paraffin derzeit nicht als gesundheitsschädlich ein, da Forschungsergebnisse fehlen. Dennoch steht es in der Kritik: Die Erdölherstellung und die mangelnde biologische Abbaubarkeit belasten die Umwelt. Paraffine aus Kosmetika gelangen ins Abwasser und verbleiben im Wasserkreislauf – ein Grund für mehr Umweltschutz.
Achten Sie in Inhaltsstoffen auf diese Namen:
- Paraffinum liquidum
- Petroleum oder Petrolatum
- Isoparaffin
- Ceresin
- Microcrystalline Wax (Vaseline)
- Mineralwachs oder Mineralöl
- Ozokerite
Paraffinbad
Kosmetikstudios bieten Paraffinbäder für geschmeidige Haut an. Kurzfristig wirkt es entspannend und pflegend – die warme Masse lockert Muskeln und macht die Haut weich.
Langfristig jedoch kann es schaden: Die wasserunlöslichen Verbindungen lagern sich auf der Haut ab, verstopfen Poren und stören den natürlichen Schutzmantel. Regelmäßige Anwendung trocknet die Haut aus, fördert Falten und schafft Abhängigkeit von weiteren Produkten.
Alternative: So stellen Sie natürliche Hautcreme selber her – Details in unserem separaten Artikel.
Paraffinöl in Kosmetik und mehr
Paraffinöl bildet die Basis vieler Produkte in Kosmetik, Medizin, Haushalt und Lebensmitteln. Laut codecheck.info trocknet es die Haut langfristig aus und enthält oft Verunreinigungen wie MOSH- und MOAH-Verbindungen. Diese lagern sich in Fettzellen, Leber und Herz ab und können Entzündungen bis Krebs verursachen (EFSA-Ergebnisse).
Paraffinwachs in Kerzen
Handelsübliche Kerzen enthalten oft Paraffin. Eine Studie der South Carolina State University zeigt: Beim Verbrennen entstehen giftige Gase wie Benzol und Toluol, die unvollständig verbrennen und eingeatmet werden. In geschlossenen Räumen drohen Allergien, Ekzeme, Atemprobleme oder Lungenkrebs.
Alternative: Tipps zum Kauf von Kerzen in unserem weiteren Artikel.
Umweltfreundliche Alternativen zu Paraffin
Naturkosmetik
Wählen Sie pflanzliche Produkte statt Paraffin. Ideal für den Winter: Öle wie
- Jojobaöl (z.B. bei Avocadostore)
- Nachtkerzenöl (z.B. bei Avocadostore)
- Avocadoöl
Sie spenden Vitamine, Fettsäuren und Mineralstoffe. Bei Allergien: Mandelöl (z.B. bei Avocadostore). Mehr zu faire Kosmetik im Öko-Test in unserem Artikel.
Kerzen
Greifen Sie zu Bienenwachs oder Sojawachs. Teelichter aus Bienenwachs (z.B. bei Memolife) brennen heller und duften natürlich – achten Sie auf nachhaltige Herkunft.
Tipp: Kerzen selber herstellen.