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Exklusives Interview: RMS Beauty-Gründerin Rose-Marie Swift über strahlende Haut und Clean Beauty

Vor zehn Jahren gründete die erfahrene Maskenbildnerin Rose-Marie Swift die Make-up-Marke RMS – lange bevor Etikettenlesen, Wellness-Influencer und Gütesiegel zum Trend wurden. Heute begeistern Prominente, Sephora und alle Hautbewussten die Produkte von RMS. Pioniere haben oft recht. Im Gespräch mit der charismatischen Swift blicke ich mit ihr in die Vergangenheit und vor allem in die Zukunft der sauberen Schönheit.

Ihre Ästhetik ist leicht und strahlend. Wie erreichen Kunden diesen Look selbst?

Viele kommen zu mir, weil sie natürlich schön wirken wollen, ohne übertrieben zu makeuppen. Zuerst kommt die Hautpflege: Eine Kundin wollte sich für ihre Hochzeit schminken lernen, litt aber unter schweren Ekzemen und Psoriasis. Sie probierte unzählige Rezepturen und Cremes. Ich riet ihr, die Haut erst zu beruhigen – mit meinem Gesichtsöl – und erst zurückzukommen, wenn die Entzündungen abgeklungen waren. Gutes Make-up nützt nichts auf gereizter Haut. Behandeln Sie Problemzonen gezielt, z. B. mit einem kleinen Concealer-Pinsel. Denken Sie an feine Retusche, nicht an Überdeckung. Die ebenen Basis ist entscheidend, darauf bauen Sie auf.

Was hat Sie in der Beauty-Branche am meisten überrascht?

Nach 10 Jahren in diesem dynamischen Business freut mich, dass Clean Beauty endlich mainstream wird. Sogar unwahrscheinliche Befürworter steigen ein – beeindruckend! Ich hatte es erhofft, gewünscht, erbetet, aber nie für so real hältbar gehalten. Ein Realitätscheck ist immer dabei.

Macht Sie der Mainstream-Einstieg nervös? Als Pionierin können Nachzüglern gemischte Gefühle bescheren.

Manchmal sorge ich mich, dass die Flut an Optionen überwältigt und Leute abschreckt. Clean geht über Make-up hinaus: Es betrifft Essen, Luft, unsichtbare Chemikalien. Viele können das nicht verarbeiten und greifen zum Bequemsten. Negativ, ich weiß.

Wie gehen Sie damit um, ohne zu überfordern?

Wir brauchen mehr Dialog statt Schwarz-Weiß-Denken. Aktuell herrscht nur Ja/Nein zu Zutaten – keine Nuancen mehr.

Genau, Nuancen fehlen oft in Beauty-Trends.

Keine Einheitsgröße! Nehmen Sie Kokosöl oder Hyaluronsäure: Qualität variiert enorm. Gutes Kokosöl verstopft nicht, ist aber teurer. Wie bei Schuhen: Größe 37 passt nicht überall gleich.

Was sollten alle wissen?

Lernen Sie Etiketten lesen! Vor dem Kauf von Influencer- oder Promi-Produkten prüfen, was draufgeht. Jeder hat eigene Standards, aber Wissen ist Pflicht. RMS ist GVO-frei, nano-frei, hypoallergen, nicht komedogen, tierversuchsfrei – frei von Soja, Gluten, Parabenen, Sulfaten, Phthalaten, Silikonen, Talk, Vaseline, Polyethylen. Credo bietet gute Orientierung.

Ausblick: Was kommt?

Formeln werden sich massiv ändern. Marken ohne Sauberkeit müssen zittern. Junge und Ältere entdecken den Trend: „Wir wussten es nicht!“ Die Branche boomt – Zahlen lügen nicht. Billigmarken mit schlechten Zutaten sind das nächste Ziel.

Ist Clean Beauty zu teuer?

Zutaten und Verpackung kosten mehr. Große Konzerne haben eigene Labore, wir Kleinen zahlen pro Batch. Glasverpackung? Wir pioniereten Formen, jetzt kopieren alle. Wie beim Essen: Bio-Salat kostet mehr als Fast Food – so ist das System.

Wie sinken Preise?

Mit Wachstum und Wettbewerb. Aber Premium-Zutaten bleiben teurer – keine Einheitsgröße.

Was heißt 'sauber' für Sie? Ist perfekte Reinheit machbar?

Kein einheitlicher Standard. Manches gilt bei uns als unsauber, anderswo nicht. Ultimativ sauber? Kokosnuss aufbrechen und rein – aber bio, ohne belasteten Boden. Perfektion gibt's nicht. Zielen Sie auf weniger Schadstoffe.