Mitten in der Pandemie wurden viele Gewohnheiten auf den Kopf gestellt. Manche Menschen sehnen sich nach festen Routinen, andere genießen die Freiheit vom Üblichen. In der Hautpflege spaltet sich die Szene: Die einen schwören auf aufwendige Multi-Step-Routinen, die anderen reduzieren radikal – oft im Namen des „Hautfastens“.
Bevor Sie Ihre Produkte entsorgen: Wir klären, ob Hautfasten wirklich wirkt und wie Sie es sicher angehen.
Was ist Hautfasten und funktioniert es?
Hautfasten bedeutet, die Hautpflege auf das Nötigste zu beschränken oder ganz zu pausieren, um der Haut eine Erholungspause von unzähligen Produkten zu gönnen. Der Ansatz: Routine minimieren, Haut beobachten und Produkte schrittweise wieder einführen – so erkennen Sie, was wirklich hilft.
Diese Idee ist nicht neu, gewinnt aber durch COVID-19 an Popularität. Kosmetikerin und dermatologische Expertin Natalie Aguilar nennt zwei Gründe: Schwieriger Zugang zu Nachfüllungen und die Lust aufs Experimentieren. „Viele haben Make-up bereits aufgegeben – warum nicht auch überflüssige Pflegeprodukte testen?“, sagt sie. „Wenn es je Zeit für eine Pause gab, dann jetzt.“
Funktioniert es? Aguilar bestätigt: Hautfasten hilft, unnötige Produkte zu identifizieren. Schaden tut es selten, solange Sie nicht alles streichen. „Beschränken Sie sich auf ein Minimum“, rät sie.
Essentiell bleiben: Gesicht waschen, um Schmutz und Bakterien zu entfernen – unverzichtbar für gesunde Haut. Ein okklusives Mittel wie Feuchtigkeitscreme oder Öl schützt vor Feuchtigkeitsverlust. Und: „Sonnencreme immer! Niemals auslassen“, warnt Aguilar.
Wie Sie Hautfasten sicher durchführen
Für ein sicheres Hautfasten hält Aguilar eine „Hautgesundheits-Routine“ empfehlenswert: Reiniger, Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz. „Das ist die Basis für gesunde Haut“, erklärt die Expertin. Bleiben Sie bei ärztlich verschriebenen Mitteln, besonders bei Hautproblemen.
Verzichten können Sie je nach Hauttyp auf Essenzen, Seren, Toner, Masken oder Nebel. Testen Sie mit der „Skin-Test“-Methode: Beobachten Sie Ihre Haut täglich. Seren sind nicht zwingend, können aber gezielt bei Problemen helfen.
Das Wichtigste zum Mitnehmen
Hautfasten zeigt, was Ihre Haut wirklich braucht. Reinigen Sie immer, feuchtigen Sie nach und schützen Sie vor Sonne. Andere Produkte? Behalten Sie, was wirkt – eine Pause lohnt sich, um Essentials zu priorisieren.