Über 65 % der Frauen berichten, dass ihre Periode die Haut aus dem Gleichgewicht bringt. Viele passen ihre Routine intuitiv an – etwa durch ein Peeling an fettigen Tagen, bedingt durch steigende Progesteron- und Testosteronspiegel, die die Öllproduktion ankurbeln. Sie analysieren, was die Haut braucht, und handeln entsprechend.
Beim Make-up geht es ähnlich: Bei Reizungen um die Nase oder fahler Haut greifen viele zu einem feuchtigkeitsspendenden Concealer oder einer helleren Nuance. Oscar-Preisträgerin Kate Winslet enthüllte kürzlich, wie sie während ihrer Periode verschiedene Grundierungsfarben nutzt, um entzündete Haut auszugleichen.
Dieses Interview weckte unsere Neugier: Sollten Sie Ihre Make-up-Routine wie bei der Hautpflege zyklusabhängig synchronisieren? Wir fragten Expertinnen nach ihren Einschätzungen und Produktempfehlungen.
Wie sich Ihre Haut während des Zyklus verändert
Der Zyklus umfasst vier Phasen à ca. einer Woche, die hormonelle Schwankungen auslösen, die sich bei vielen auf der Haut zeigen. Jeder Körper reagiert individuell – hier die wesentlichen Effekte.
Woche 1 (erster Tag der Periode)
"Östrogen- und Progesteronspiegel sind niedrig, was die Hautfeuchtigkeit mindert und die Barriere anfälliger für Reizungen macht", erklärt die board-zertifizierte Dermatologin Dr. Keira Barr. Bei öliger Haut ist der Ölrückgang willkommen; trockene Haut neigt zu Schuppen und Irritationen.
Woche 2
Steigende Östrogenspiegel fördern Kollagenproduktion, Hautdicke, Hyaluronsäure und Barrierefunktion – resultierend in strahlender Haut. "Nutzen Sie diesen Glanz, machen Sie Make-up-Pause, aber tragen Sie Feuchtigkeitscreme mit SPF", rät Barr.
Woche 3
Progesteron steigt, Talgproduktion folgt. Akne- und Ölfälle werden wahrscheinlicher. "Testosteron peakt am 14. Tag; beide Hormone boosten Talgdrüsen und machen die Haut fettiger", sagt Barr.
Woche 4
Testosteron erreicht seinen Höchststand – problematisch für akneanfällige Haut. Hormonelle Pickel treten häufig auf. "Fokussieren Sie Ölkontrolle bei Bedarf", empfiehlt Barr.
Sollten Sie Ihre Make-up-Routine anpassen?
Keine Pflicht zur Veränderung! Bleiben Sie bei dem, was Ihnen guttut. Bei beobachteten Hautmustern helfen diese Tipps.
Woche 1
Bei Trockenheit: Feuchtigkeitsstiftende Foundations und Concealer, ggf. mit Gesichtsöl gemischt. Entdecken Sie unsere cremigsten Concealer (inkl. Anti-Schuppen-Trick) und Top-Foundations für trockene Haut. Bei Rötungen: Farbkorrektoren oder hellere Foundation wie Winslet. "Ich nutze meinen Hautton plus eine hellere Nuance für Augen und Mitte", sagt Holly Jo Harris, Client Experience Manager bei Credo.
Woche 2
Haut wirkt strahlend. Lassen Sie sie atmen oder wählen Sie transparente, getönte Feuchtigkeitscremes für leichte Abdeckung.
Woche 3
Primer schützt, glättet und verlängert Haltbarkeit. "Exas Smoothing Primer mit Antioxidantien ist top", sagt Harris. Wählen Sie porenfreundliche, mattiierende Foundations mit Kaolin (z. B. Range Beauty oder unsere Empfehlungen für ölige Haut). Highlighter sparsam aufsetzen, T-Zone meiden.
Woche 4
Ölkontrolle priorisieren: Sebumregulierende Produkte oder punktuelle Abdeckung. Gucci Westmans Foundation Stick mit Kameliensamenöl beruhigt Entzündungen. "Für Nachbesserung: Kjaer Weis Pressed Powder – absorbiert Öl und fixiert", tippt Harris.
Zusammenfassung
Bei zyklusbedingten Hautveränderungen erleichtern kleine Make-up-Anpassungen den Alltag – keine Revolution. Experimentieren Sie spielerisch und behalten Sie, was Ihnen Selbstvertrauen gibt.