DeuAq.com >> Leben >  >> Schönheit & Stil

Bisabolol: Der beruhigende Wirkstoff in Kosmetik

Bisabolol ist ein Wirkstoff, der die Haut beruhigen und Heilungsprozesse unterstützen soll. Was genau hinter dem Stoff steckt und wie nachhaltig er ist, erfährst du in diesem Artikel.

Bisabolol ist einer der vielen Wirkstoffe der Kamillenpflanze. So kommt es in den enthaltenen ätherischen Ölen der Pflanze vor. In Römischer Kamille und Echter Kamille findet sich vor allem das sogenannte Alpha-Bisabolol. Es kommt aber auch in anderen Pflanzen vor, zum Beispiel in Schafgarbe. Der Stoff kann mittlerweile jedoch auch synthetisch hergestellt werden. Dann besteht er etwa zu gleichen Teilen aus Alpha- und Beta-Bisabolol. Beta-Bisabolol kommt natürlich zum Beispiel in Baumwolle vor. 

Die synthetisch erzeugte Variante hat zwar dieselbe chemische Formel wie ihr natürliches Pendant, wirkt jedoch nur etwa halb so stark. Das macht sich die Kosmetikindustrie zunutze: So ruft der künstlich hergestellte Stoff weniger Allergien hervor als natürliches Bisabolol. Zudem können Hersteller:innen ihn besser dosieren und wissen genau, wie er zusammengesetzt ist.

Bisabolol: Wirkung und Einsatz

Die heilsame Wirkung von Kamille und Schafgarbe hängt unter anderem mit dem enthaltenen Bisabolol zusammen. Diese ist mittlerweile auch wissenschaftlich belegt: Eine Studie aus dem Jahr 2014 belegt die entzündungshemmende Wirkung von Alpha-Bisabolol. Laut einer Studie aus dem Jahr 2022 lässt sich diese Wirkung auch bei Beta-Bisabolol nachweisen. Die Forschenden schlussfolgern daraus, dass auch diese Variante des Wirkstoffes stärker in der Kosmetik eingesetzt werden kann.

Aufgrund seiner heilenden Wirkung ist Bisabolol in der Kosmetikindustrie ein gefragter Inhaltsstoff. Vor allem zur Linderung von Juckreiz und Rötungen, sowie zur generellen Hautpflege findet der Stoff Anwendung.

Im Grunde findest du Bisabolol als Inhaltsstoff häufig bei Produkten, die gereizte Haut beruhigen sollen, beispielsweise in Sonnenschutz- und After-Sunprodukten, in After-Shave-Lotionen, aber auch als sanfte Pflege in Flüssigseifen und Badezusätzen.

Bisabolol kommt zudem auch als Duftstoff zum Einsatz. So kann es den Geruch eines Produktes verbessern.

Unter diesen INCI-Bezeichnungen findest du Bisabolol in Kosmetikprodukten: 

  • Alpha-Bisabolol: Alpha-Bisabolol, (R)-6-Methyl-2-((R)-4-methylcyclohex-3-enyl)hept-5-en-2-ol
  • Beta-Bisabolol: 4-methyl-1-(6-methylhept-5-en-2-yl)cyclohex-3-en-1-ol
  • Bisabolol als Duftstoff: Meist findest du für Duftstoffe nur den Sammelbegriff Parfum auf der Liste der Inhaltsstoffe.

Wie gesund ist Bisabolol?

Als Wirkstoff in Kosmetikprodukten, gilt Bisabolol allgemein als gut verträglich. Untersuchungen konnten für den kosmetischen Wirkstoff keine gesundheitsschädlichen Einflüsse auf den Organismus feststellen:

  • Die US-amerikanische Cosmetic Ingredient Review (CIF) bestätigte 2015 die Einschätzung, dass Alpha-Bisabolol als Wirkstoff in der Hautpflege unbedenklich ist. Die CIF erläuterte, dass diese Einschätzung, für die maximal übliche Konzentration in Produkten bis zu einem Prozent gilt.   
  • Das Bundesinsitiut für Risikobewertung (BfR) untersuchte zudem, ob die entzündungshemmende Wirkung von Bisabolol den Lichtschutzfaktor in Sonnencreme negativ beeinflussen könnte. Das Institut gab jedoch Entwarnung. Es konnte keinerlei Wechselwirkungen zwischen Bisabolol und dem Sonnenschutzfaktor feststellen.

Trotz seiner heilsamen Wirkung kann Bisabolol jedoch bei einigen Personen allergische Reaktionen auslösen. Den Wirkstoff bilden hauptsächlich Pflanzen, die zu der Familie der Korbblütler gehören und diese können zu Allergien führen. Reagierst du also allergisch auf Kamillen oder andere Korbblütler, solltest du insbesondere natürliches Bisabolol besser meiden.  

Wie nachhaltig ist der Wirkstoff?

Bisabolol ist ein Rohstoff pflanzlichen Ursprungs. Aufgrund der steigenden Nachfrage reichen die Vorkommen der Kamillenpflanze nicht mehr aus. Die Kosmetikindustrie greift daher längst auf andere Pflanzen zurück. Der Candeira-Baum, der meist wild in Brasilien wächst, hat sich zu einem der wichtigsten Bisabolol-Quellen entwickelt. Dies hat drastische Folgen für die Natur. Laut Greenpeace führt die Gewinnung von Bisabolol in Brasilien zur Zerstörung von Natur- und Lebensräumen und Bodenerosion. Um den Baum anschließend in hohen Mengen anbauen zu können, kommen chemisch-synthetische Pestizide und künstlicher Dünger zum Einsatz. 

Ob Bisabolol in einem bestimmten Produkt natürlich oder synthetisch hergestellt ist und woher es genau stammt, ist meist kaum nachvollziehbar. Wir empfehlen beim Kauf von Kosmetik generell auf zertifizierte Naturkosmetik zu setzen. Siegel, wie Natrue, BDIH oder Ecocert garantieren zumindest teilweise einen nachhaltigen und ökologischen Anbau der pflanzlichen Rohstoffe.