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pH-Wert der Haut: Schutzfunktion, Messung und Erhaltung – Expertenwissen

Der natürlich saure pH-Wert der Haut bildet ein essenzielles Schutzsystem. Als Dermatologie-Experten erklären wir seine Bedeutung und zeigen, wie Sie ihn zuverlässig messen können.

Der pH-Wert der Haut bezieht sich primär auf die Oberfläche, die durch die Hydro-Lipid-Schicht – einen flüssigen Fettfilm – geprägt wird. Nur Flüssigkeiten lassen sich pH-mäßig bewerten, was Säure- oder Basischgehalt anzeigt. 

Nach Angaben der Universität Hamburg liegt der optimale pH-Wert im sauren Bereich zwischen 4,0 und 6,5. Regionale Schwankungen sind normal: Der Intimbereich bei Frauen misst beispielsweise 3,8 bis 4,4, wie die Apotheken-Umschau berichtet.

Die Universität Hamburg unterstreicht die Schutzwirkung der sauren Oberfläche:

  • Sie ermöglicht Hauterneuerung: Enzyme für die Verhornung werden gefördert. Die Uniklinik Düsseldorf beschreibt den Prozess: Neue Zellen entstehen in der Epidermis, wandern zur Oberfläche, verhorne und schuppen ab.
  • Sie wirkt antibakteriell: Pathogene wie Staphylokokken-Bakterien, Auslöser eitriger Entzündungen, vermehren sich nicht in saurer Umgebung. 

Den pH-Wert der Haut präzise messen

Die pH-Skala reicht von 0 (stark sauer) bis 14 (stark basisch), mit 7 als neutralem Mittelpunkt – wie bei reinem Wasser. Seifenlösungen erreichen hingegen 9 oder 10 und sind alkalisch.

Lackmuspapier eignet sich für grobe Tests:

  • Blaues Papier wird bei Säuren rot.
  • Rotes Papier schaltet bei Laugen blau. 
  • Neutrales Papier zeigt Farbverläufe von Rot (sauer) über Violett (neutral) bis Blau (basisch), mit Packungsangaben für genaue Werte.

Für die Haut: Drücken Sie einen feuchten Streifen auf schweißnasse Haut – ideal nach Sport. Wichtig: Messen Sie vor Dusche oder Creme, um Verfälschungen zu vermeiden. Streifen gibt's in Apotheken, Laborfachhandel oder online, z. B. bei **Amazon**.

Dermatologen nutzen professionelle Geräte für exakte Messungen.

Entstehung des sauren pH-Werts

Die Hydro-Lipid-Schicht, auch Säureschutzmantel genannt, sorgt für den sauren pH. Bereits wenige Mikrometer darunter liegt er neutral bei etwa 7, berichtet die Universität Hamburg.

Schweiß und Talg vermischen sich über Poren. DocCheck beschreibt die Zusammensetzung aus Wasser, Elektrolyten, Harnsäure und Fettsäuren, die eine schützende Schicht bilden:

  • Hauteigene Pflege: Sie hält verhornte Zellen geschmeidig und versiegelt gegen Wasser.
  • Gegen Feuchtigkeitsverlust: Der ölige Film verhindert Verdunstung. Bei trockener Haut fehlt Talg (Spannungsgefühl), bei fetter Haut überschüßiger (Glanz).
  • Gesunde Hautflora: Saurer pH fördert nützliche Mikroben und blockt Erreger.

pH-Wert durch richtige Pflege stabilisieren

Seife oder Duschgel neutralisieren den sauren Schutz und entfernen Fette. Die Apotheken-Umschau rät zu milder Reinigung für alle Hauttypen: hautneutrale Syndets oder sanfte Tenside.

Hinweis: "Hautneutral" bedeutet leicht sauer, passend zur Hautoberfläche – nicht pH-7.

Folgen Sie mit Creme auf, um Feuchtigkeit zu sichern. Die Ärztekammer Niedersachsen gibt an: Säureschutz regeneriert in 30 Minuten, Talgfilm braucht Stunden.