Imprägniersprays schützen Schuhe und Kleidung vor Nässe und Schmutz. Doch nur wenige erfüllen ihre Versprechen. Öko-Test hat 10 Produkte gründlich geprüft und ein klares Fazit gezogen.
In der kalten Saison greifen viele zu Imprägniersprays, um Schuhe und Jacken wetterfest zu machen. Sie erzeugen eine feine Schicht, die Wasser und Schmutz abperlen lässt. Leider bergen viele Inhaltsstoffe Risiken für Umwelt und Gesundheit.
Problematische Inhaltsstoffe in vielen Imprägniersprays
Um schmutz- und wasserabweisend zu wirken, enthalten die Sprays oft chemische Stoffe wie polyfluorierte Chemikalien (PFC), auch Fluorcarbone genannt. Diese sind resistent gegen UV-Strahlung, Hitze und Nässe – aber hochgiftig für Mensch und Umwelt.
Sie gelangen in Gewässer und über Nahrung, Luft oder Trinkwasser in unseren Körper. Viele PFC sind noch nicht ausreichend auf Gesundheitsrisiken getestet, doch langkettige Varianten können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen („reproduktionstoxisch“).
Zudem bauen sich PFC kaum ab und lagern sich in der Umwelt an – bei lang- wie kurzkettigen Formen. Nur wenige Hersteller verzichten auf Fluorcarbone und werben fluorfrei. Eine Pflicht zur Kennzeichnung fehlt, und Hinweise auf PFC sind rar.
Öko-Test Imprägnierspray: Die Testergebnisse
Öko-Test analysierte 10 Imprägniersprays. Das Urteil basiert zu 30 % auf Inhaltsstoffen und zu 70 % auf Praxistests auf Leder mit einem „Regentropfentest“.
Praxistest:
- Fast die Hälfte scheiterte: Die Imprägnierung war schwach oder sogar schlechter als unbehandelt.
- Nur zwei überzeugten: Erdal Protect Xtreme Imprägniier-Schaumspray und Imprägnol Universal Imprägnierspray schützten effektiv vor Nässe. Das Erdal-Spray gibt's online** z. B. bei Amazon und Rewe, das Imprägnol-Spray u. a. bei Amazon.
Inhaltsstoffe:
- Bei fast allen waren Bedenken vorhanden, sogar beim „gut“-Gesamtsieger.
- Kiwi Super Protector Reloaded war das einzige ohne Fluorverbindungen, schnitt im Test aber nur „ausreichend“ ab.
- Zusätzlich kritisiert: Lösemittel wie Glykole und Allergene wie Isothiazolinone.
Die detaillierten Ergebnisse finden Sie im Öko-Test Jahrbuch 2019.
Besser: Bewusster Umgang mit Imprägniermitteln
Regel: Weniger ist mehr. Ein vollständig ökologisches, abbaubares Spray gibt es nicht. Oft sind sie überflüssig.
- Outdoor-Kleidung ist meist schon imprägniert und behält den Schutz auch nach Waschen.
- Es gibt PFC-freie, atmungsaktive und wasserdichte Öko-Alternativen.
- Nicht jeder Ausflug braucht Funktionskleidung.
- Schuhe pflegen Sie chemiefrei für Langlebigkeit.
Ökologische Alternativen zu Imprägniersprays
Um auf Chemie zu verzichten:
- Bei Outdoor-Kleidung: Vorsichtig bügeln bei niedriger Hitze, um Imprägnierung zu erneuern.
- Schuhe: Glattleder/Textilien mit weißem oder farblosem Wachs (auch Wachsreste), Rauleder bürsten, aufrauen oder mit Radiergummi reinigen.