Sashiko ist die traditionelle japanische Kunst des sichtbaren Flickens, mit der Risse in der Kleidung nicht nur repariert, sondern zu einem ästhetischen Highlight werden. Jede Saison erwerben viele Menschen neue Garderoben voller trendiger Outfits in den heißesten Farben. Doch Mode wechselt rasch, was zu überquellenden Schränken mit kaum getragener Kleidung führt. In Zeiten der Pandemie rückt Nachhaltigkeit in den Vordergrund: Natürliche Stoffe und langlebige Kleidung gewinnen an Beliebtheit. Sogar Modedesigner bieten Rücknahmeprogramme oder Upcycling-Services an, um Stücke wieder tragbar zu machen.
Dieser Trend befeuert das sichtbare Ausbessern – Reparaturen, die Schönheit ausstrahlen, wie bei Sashiko. Kate Sekules, 58, betreibt eine Website zu diesem Thema und teilt Inspirationen, Anleitungen sowie Fotos kreativ geretteter Kleidung. „Ich liebe es, wenn die Flicken etwas rau wirken“, sagt sie. „Fabrikglatte Nähte vermissen den Sinn der Sache.“
Sudha Dhingra, Professorin für Textildesign am National Institute of Fashion Technology (NIFT), erläutert: „Sashiko ist eine uralte Technik zur Wiederverwendung abgenutzter Kleidung, bekannt als ‚Boro‘. Typisch sind indigobraue Stoffe, die mit geometrischen Mustern in weißem Garn durch Laufstich verstärkt werden. In den 70er Jahren popularisierten Kenzo und Issey Miyake dies auf Pariser Laufstegen – seither ist es fester Bestandteil des Luxussegments.“
Für Sashiko eignet sich spezielles Garn – stärker gedreht als normales Stickgarn, um Ausfransen zu vermeiden. Fädeln Sie eine Nadel, idealerweise mit weißem Faden, und nähen Sie einfache Laufstiche zu Mustern. Die gestickten Bereiche richten sich nach Ihrem gewünschten Look.
- Mit Eingaben von NYT