Ekzeme und Psoriasis weisen feine Unterschiede auf, die eine einfache Betrachtung erschweren – erst recht, da sie bei Patienten sehr unterschiedlich aussehen können. Häufig ist eine Hautbiopsie notwendig: Der Arzt entnimmt ein Stück betroffener Haut zur mikroskopischen Untersuchung, um zelluläre Nuancen zu erkennen.
Diese Prozedur ist schmerzhaft und kann Symptome verschlimmern. Forscher der Icahn School of Medicine am Mount Sinai suchten daher nach einer schonenderen Alternative, die Schübe nicht anheizt. Hier die Ergebnisse ihrer Studie.
Neue, nicht-invasive Diagnosemethode für entzündliche Hauterkrankungen
„Hautbiopsien galten lange als Goldstandard zur Unterscheidung entzündlicher Hautkrankheiten, verursachen aber Schmerzen, Narben und Infektionsrisiken“, erklärt Emma Guttman-Yassky, M.D., Ph.D., stellvertretende Leiterin der Dermatologie an der Icahn School of Medicine am Mount Sinai, in einer Pressemitteilung. Die Studie testete Klebebandstreifen als mildere Option – Reibung ist unangenehm, aber weit weniger invasiv.
Im Journal of Allergy and Clinical Immunology beschrieben, analysierten die Experten Streifenproben von 20 Erwachsenen mit atopischer Dermatitis (Ekzem), 20 mit Psoriasis und 20 Gesunden. Sie untersuchten die DNA der gesammelten Hautzellen auf gemeinsame Biomarker.
Die Forscher entdeckten ein Schlüsselfaktor: Das Gen für Stickstoffmonoxid-Synthase 2 (NOS2). Es spiegelt die unterschiedlichen Immunreaktionen wider und ermöglichte eine 100-prozentige Diagnosegenauigkeit – allein durch die Klebebandstreifen konnten Ekzem und Psoriasis zuverlässig unterschieden werden.
Ausblick: Vom Labor in die Praxis
Die Methode ist noch nicht klinisch etabliert, doch Guttman-Yassky und Team erwarten weitere Forschungen. Mark Lebwohl, M.D., Leiter der Dermatologie am Mount Sinai, betont: „Diese Ergebnisse bieten eine nützliche Alternative zur invasiven Biopsie, um Krankheitsaktivität in Studien zu messen.“ Größere Studien sollen die Wirksamkeit bestätigen.
Die vielversprechenden Ergebnisse erleichtern Betroffenen künftig die Diagnose entzündlicher Hauterkrankungen – weniger Schmerz, mehr Präzision.