Sicher, die schwitzigen Sommertage verblassen rasch, doch kühleres Wetter bringt neue Herausforderungen für die Haut mit sich – vor allem extreme Trockenheit. Viele greifen dann zu mehr Feuchtigkeitscreme, um rissige Haut zu vermeiden. Wir verstehen das: Schuppen und Juckreiz sind unangenehm bis schmerzhaft.
Doch Vorsicht: Auch mit besten Absichten kann übermäßige Creme mehr schaden als nützen. (Kollektives Aufkeuchen!)
Wo liegt der feine Grat bei der Feuchtigkeitspflege? Wir haben Expertinnen gefragt.
Gibt es so etwas wie zu viel Feuchtigkeitscreme?
Kurz und bündig: Ja. Zu viel Produkt dringt nicht ein – die Haut nimmt nur eine begrenzte Menge auf. Der Rest sitzt obenauf, lässt die Haut fettig wirken und kann Poren verstopfen, was zu Unreinheiten führt, erklärt Dr. Lamees Hamdan, M.D., Gründerin von SHIFFA und renommierte Hautärztin.
Bei Rissen oder Unebenheiten nicht einfach mehr Creme auftragen. "Die Haut ist ein Organ, das sich wandelt – saisonal und individuell", betont Joanna Vargas, Gründerin der Joanna Vargas Salons and Skin Care und Autorin von Glow From Within. Wechseln Sie zu einer reichhaltigeren Formel, etwa einer butterweichen Creme, die bei Kälte mit der Haut schmilzt, statt Ihrer üblichen leichten Wassercreme.
Für Öle und Butter in der Formel: Vargas empfiehlt Jojoba- oder Avocadool, da sie "den Feuchtigkeitsgehalt langfristig stabilisieren".
Wie viel Feuchtigkeitscreme braucht die Haut wirklich?
Keine Einheitslösung – es hängt vom Hauttyp ab. Allgemein: Nicht mehr als eine erbsen- bis nickelgroße Menge, rät Vargas. Verteilen Sie sie durch Tupfen und Einmassieren, drücken Sie sie ggf. mit den Handflächen ein, damit sie optimal absorbiert wird.
Vergessen Sie nicht Hals und Dekolleté – diese Bereiche profitieren oft von einer extra Portion in Nickelgröße.
Das Wichtigste im Überblick
Zu viel Feuchtigkeitscreme verschwendet Produkt und riskiert verstopfte Poren sowie Pickel. Finden Sie Ihre ideale Menge – die "Goldilocks-Balance" – und passen Sie sie saisonal an.