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Zutatenlisten richtig lesen: 3 Top-Tipps von Kosmetikchemikerin Krupa Koestline

Ein Profi beim Entschlüsseln von Zutatenlisten zu werden, ist für Beauty-Fans und Insider heute fast selbstverständlich. Was früher eine undurchsichtige Mischung aus lateinischen Begriffen, Buchstaben und Zahlen war, lässt sich dank Inhaltsstoff-Datenbanken, Verbraucherinteresse und Marken-Transparenz nun leichter verstehen.

Es ist einfacher geworden – aber nicht absolut einfach. Zutatenlisten bergen noch immer entscheidende Infos zur Produktwirksamkeit und Sicherheit, wenn man zwischen den Zeilen liest.

„Ich hoffe, dass unsere Branche sich weiterentwickelt, sodass Verbraucher nicht mehr jede Zutatenliste prüfen müssen, um Sicherheit zu gewährleisten“, sagt Krupa Koestline, Expertin für saubere Kosmetik, in der neuesten Folge des Podcasts „Clean Beauty School“. „Bis dahin beeindruckt mich, wie gezielt Verbraucher Fragen stellen.“

Mit diesen Insider-Tipps erkennen Sie, ob ein Produkt wirkt und Ihren Ansprüchen entspricht. So liest Koestline eine Zutatenliste:

1. Die ersten drei Zutaten prüfen

Die Reihenfolge der Zutaten ist entscheidend – besonders die ersten drei. „Diese machen das Produkt aus und verraten seine Basis, etwa Wasser, Butylenglykol oder Aloe-Vera-Saft“, erklärt Koestline. „Das sagt mir viel.“

Steht Aloe ganz oben in Ihrer Lotion, hat sie eine starke feuchtigkeitsspendende Basis. Keine Garantie für Perfektion, aber ein gutes Zeichen. Wasser und Butylenglykol oben? Diese Öl-Kombination kann die Hautbarriere reizen, da Butylenglykol (ein PEG) potenziell reizend wirkt.

2. Wirkstoffe brauchen nicht oben zu stehen

„Viele denken, Wirkstoffe müssen oben stehen, um wirksam zu sein. Falsch!“, betont sie. Hohe Konzentrationen oben können empfindliche Haut reizen. Vitamin-C-Derivate etwa sollten nicht zu hoch dosiert sein, sonst drohen Sensibilisierungen und Ausschläge. Dasselbe gilt für Retinol und Alpha-Hydroxysäuren: Sparsam dosieren!

Auch Vitamin E, ein nährendes Antioxidans, hat optimale Dosen: Zu viel wird ranzig, zu wenig schützt nicht ausreichend. „Es ist nicht schwarz-weiß: Kein Vitamin C als Zweites? Noch lange kein schlechtes Produkt!“

3. Bioverfügbarkeit, Stabilität und Haltbarkeit beachten

Potente Formeln klingen toll, bergen aber Risiken für Haut und Produktstabilität. L-Ascorbinsäure (Vitamin C) ist instabil – daher Derivate wie Aminopropylascorbylphosphat (wasserlöslich) oder Tetrahexyldecylascorbat (öllöslich) für bessere Penetration.

Suchen Sie stabile Alternativen: Hyaluronsäure, Polyglutaminsäure, Niacinamid. „Vitamin C ist super, aber nicht der Einzige. Diese sanften Wirkstoffe erreichen Ihre Ziele zuverlässig.“

Für tiefgehende Beauty-Gespräche: Hören Sie unseren Podcast „Clean Beauty School“. Abonnieren Sie auf iTunes, Google Podcasts oder Spotify.