Talkum, ein feines Mineralpulver aus Magnesiumsilikat, ist ein Hauptbestandteil von Speckstein. Es bindet Feuchtigkeit hervorragend und dient als Trenn- und Schmiermittel. Deshalb findet es in Medizin, Lebensmitteln, Kosmetik und mehr Verwendung.
Unsere langjährige Expertise in der Analyse von Kosmetik- und Pharmastoffen zeigt: Talkum ist vielseitig, birgt aber Risiken. Hier die wichtigsten Fakten.
- Medizin: Bei der Pleurodese verbindet Talkum Lungen- und Brustfell, um Luft- oder Flüssigkeitsansammlungen zu verhindern und Komplikationen wie Atemstillstand zu vermeiden.
- Lebensmittel: Als Trennmittel und Rieselhilfe unter der E-Nummer E553b reguliert und sicher in begrenzten Mengen.
- Kosmetik: In Babypudern, Genitalpulvern, Kondomen, Diaphragmen, Rouge und Kajalstiften – dank feuchtigkeitsbindender Eigenschaften.
- Weitere Produkte: Als Trenn- und Schmiermittel in Gummi oder Buntstiften.
Talkum unter der Lupe: Krebsverdacht und strenge Vorschriften
Seit Jahrzehnten wird Talkum kritisch beleuchtet, da Rohstoffe Asbest enthalten können. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft es 2006 als möglicherweise krebserregend ein – speziell bei genitaler Anwendung. Laut Anhang IV Nr. 1 der Gefahrenstoffverordnung (GefStoffV) darf Asbestgehalt in mineralischen Rohstoffen maximal 0,1 % betragen, von der Gewinnung bis zum fertigen Pulver.
Forschung zu Lungenkrebs und Eierstocktumoren liefert widersprüchliche Ergebnisse. 2017 zahlte ein US-Pharmakonzern Millionen an eine Betroffene, die Talkum langfrästig nutzte. Dennoch fehlt einheitlicher Konsens.
Bei Babys birgt Einatmen Entzündungen und schwere Lungenschäden. Zwischen 1979 und 2008 meldeten Giftinformationszentren Fälle; Betroffene erholten sich meist ohne bleibende Folgen. Das BfR empfahl 2011 ein Verbot talkumhaltiger Babypuder.
Sichere Alternativen zu Talkum
Talkumfreie Babypuder sind erhältlich. Kinderärzte raten: Statt Puder Wundcremes gegen Entzündungen verwenden.
In der Frauenheilkunde nach talkumfreien Genitalpulvern in Apotheke oder Praxis fragen.
Tipp aus der Praxis: In Lebensmitteln und Kosmetika auf „Talkum“ oder E553b achten – so vermeiden Sie es gezielt.