Tara Sutaria, Mugdha Godse und Sonu Kakkar wirken in traditionellen handgewebten Saris atemberaubend. Während des Lockdowns hat eine wachsende Zahl von Menschen eine Leidenschaft für indische Textilien entwickelt. Handgewebte Stücke bieten eine nachhaltige Alternative zum Fast Fashion und unterstützen unser kulturelles Erbe sowie die Weber und Handwerker, die diese uralten Techniken bewahren. Besonders Jugendliche haben in der Pandemie einen Boom erlebt: Sie greifen zu handgewebten Stoffen wie Ikat, Banarasi oder Bandhani, um trendige Outfits wie Röcke oder Crop-Tops zu kreieren. Pallavi Mohadikar Patwari, Gründerin der Handweberei-Marke Karagiri aus Pune, erklärt den Anstieg der Nachfrage nach handgewebten Textilien und die Trends für die kommende Fest-Saison.
Wie hat die Pandemie die Wahrnehmung von Handwebereien verändert?
Trotz Pandemie und Lockdown haben wir bereits über 1.000 Bestellungen ausgeliefert. Die Krise hat die Menschen bewusster für ihre Wurzeln gemacht – die Nachfrage nach Handwebereien stieg spürbar. Viele Weber verloren ihre Jobs, weshalb immer mehr Kunden diese Produkte kaufen, um sie zu unterstützen. Wir haben die Unsicherheit genutzt, um unser Geschäft online zu skalieren und auf die veränderte Kaufpsychologie einzugehen. Seit der Einführung von Power-Looms kämpfen Weber jedoch mit sinkender Produktivität, fehlenden staatlichen Investitionen und teurem Garn.
Welche Webarten sind in der Fest-Saison besonders gefragt?
Aktuell boomen Banarasi-Saris, Khadi-Banarasi und Kanjeevarams.
Wie passen Sie Designs an, um Handwebereien trendiger zu machen?

Die Herstellung eines Banarasi-Saris ist pure Kunstfertigkeit. Weber schaffen Meisterwerke, die von ländlichen Regionen in städtische Märkte wandern und in Kleiderschränken Generationen überdauern. Je nach Komplexität dauert das Weben Tage bis Monate. Banarasi-Saris symbolisieren indische Kultur und Tradition – wir möchten, dass Kunden sie als wertvolle Erbstücke schätzen.
Millennials und Gen Z nutzen Stoffe wie Ikat, Banarasi oder Paithani für Crop-Tops, Röcke und Palazzos. Was halten Sie davon?

Diese Styles wirken trendy und machen indische Textilien zeitgemäß. Sie verschmelzen Tradition mit modernen Designs und erhalten so unsere kulturelle Vielfalt.
Welche Trends erwarten Sie für Feste wie Durga Puja und Diwali?
Festbesucher wollen ihren ethnischen Look präsentieren: Helle Farben wie Rot, Pink und Grün dominieren. Pastelltöne sind zurück, Satin-Chiffon-Drapier-Saris werden auf Diwali-Partys der Hit.

Social-Media-Trends wie #100sarepact machen Saris zum Streetstyle. Fördert das das Bewusstsein?
Ja, es schafft nicht nur Awareness für Saris, sondern hebt auch die harte Arbeit der Weber hervor. Es bricht mit der Idee, dass Saris nur für besondere Anlässe sind – in vielen Regionen tragen Frauen sie täglich.

Wie hoch ist die Nachfrage nach handgewebten Saris in Pune?
Saris verbinden Ethno mit Modernem. Unsere Fusion-Kollektionen, Banarasi mit Rohseide oder Braut-Saris erfreuen sich großer Beliebtheit. Ergänzt werden sie durch Lehengas, Pashminas, Dupattas und maßgeschneiderte Blusen. Karagiri zählt zu den Top-Marken Indiens.