Trotz der Vielfalt an Produkten von Unternehmen im Besitz Schwarzer wurden diese bei großen Einzelhändlern – online wie stationär – oft übergangen. Um die kreative Arbeit Schwarzer stärker zu fördern, hat Aurora James, Gründerin der Luxus-Accessoire-Marke Brother Vellies (handgefertigt von Kunsthandwerkern weltweit), auf Instagram die Initiative gestartet: Was, wenn große Händler 15 % ihrer Regalflächen für Marken im Besitz Schwarzer reservieren? Daraus entstand die 15-Prozent-Verpflichtung, eine Non-Profit-Organisation, die Retailer auffordert, 15 % ihres Sortiments aus Black-owned Unternehmen zu beziehen. „Wir machen 15 % der Bevölkerung aus – wir sollten 15 % Ihrer Regalflächen einnehmen“, so James.
Nur eine Woche nach der Gründung der Organisation kündigte Sephora an, die 15-Prozent-Verpflichtung als erster der vier von James aufgeforderten Branchenriesen zu übernehmen.
Die Details im Überblick
Sephora verpflichtet sich laut Instagram-Ankündigung zu allen drei Phasen: Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Regalflächen und Verträge mit Black-owned Brands; Analyse der Lücken und Definition konkreter Schritte; sowie die Veröffentlichung und Umsetzung eines Plans, um den Anteil auf mindestens 15 % zu steigern. „Wir müssen es besser machen. Deshalb starten wir jetzt“, heißt es in der Caption der Marke.
Zusätzlich restrukturiert Sephora sein Inkubator-Programm Accelerate, um sich stärker auf Frauen of Color zu konzentrieren. Accelerate bietet Einzelmentoring durch erfahrene Beauty-Unternehmer, Netzwerke zu Experten, Investoren und Sephora-Führungskräften – nun priorisiert für schwarze Kreative.
Ausblick auf nachhaltigen Wandel
Sephora kooperiert in den USA derzeit mit 290 Marken, von denen bisher nur sieben Black-owned sind. Mit dem neuen Versprechen plant das Unternehmen mindestens 44 anzubieten – mehr als das Dreifache. Das geht über Umsatzsteigerung hinaus: „Es fließen echte Investitionen in schwarze Unternehmen, die in unsere Communities zurückfließen“, betont James auf Instagram. So erhalten schwarze Stimmen und Kreative endlich ihren gerechten Platz – ein bleibender Beitrag jenseits einmaliger Spenden.
Kristian Henderson, DrPH, Professorin für öffentliche Gesundheit an der George Washington University, Naturlifestyle-Enthusiastin und Gründerin von BLK+GRN, unterstreicht in einem mbg-Interview: „Jeder Einkauf ist eine Investition. Sie kaufen nicht nur ein Produkt, sondern in die Träume anderer.“
Als einflussreicher Player inspiriert Sephoras Schritt andere. Das 15 Percent Pledge-Team ist zuversichtlich: „Wir feiern Sephoras Führungsrolle und arbeiten eng mit ihnen zusammen, um Milliarden in die schwarze Community zurückzubringen“, teilt die Organisation auf Instagram.
Der Kampf gegen systemischen Rassismus ist lang, doch der Kauf Black-owned Produkten hält den Schwung aufrecht.