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Syndets vs. Seife: Sind synthetische Tenside besser für Haut und Umwelt?

Syndets sind in zahlreichen Hautreinigungsprodukten enthalten. Als Experten für Dermatologie und Kosmetik erklären wir, was hinter diesen waschaktiven Substanzen steckt, wie sie von klassischer Seife unterscheiden und aus welchen Rohstoffen sie bestehen.

Syndet – ein Kunstwort aus "synthetische Detergentien" – bezeichnet synthetisch hergestellte Tenside, auch Detergentien genannt. Ihre chemische Stärke: Sie verbinden Wasser und Fett mühelos.

Stiftung Warentest nennt typische Beispiele aus der Körperpflege:

  • feste Waschstücke, die Seife ähneln
  • flüssige Seife im Spender
  • Duschbäder oder Waschlotionen

Seife ist ebenfalls ein Tensid, jedoch natürlichen Ursprungs.

Syndet oder Seife? Der entscheidende Unterschied für die Haut

Der Hauptunterschied liegt im pH-Wert und der Wirkung auf die Haut.

Syndets: Wie das Fachmagazin Die PTA erläutert, lassen sich synthetische Tenside optimal auf den pH-Wert der Haut abstimmen – etwa 5,5, leicht sauer. Die pH-Skala reicht von 0 bis 14, Werte unter 7 sind sauer, darüber alkalisch.

  • Erhalt des natürlichen Hautschutzes: Viele Syndets sind pH-neutral oder hautneutral, sodass der Säureschutzmantel intakt bleibt und vor Schadstoffen schützt.
  • Möglicher Nachteil: Austrocknen: Bei übermäßiger Nutzung entfernen sie auch haut eigenen Talg, was die Haut austrocknet.

Seife: Immer alkalisch mit pH-Wert über 7.

  • Auflösung des Säureschutzmantels: Die Haut wird vorübergehend alkalisch, quillt auf und bleibt stundenlang ungeschützt gegen Bakterien, Keime oder Allergene, warnt Stiftung Warentest.
  • Kalkseifen-Rückstände: In hartem Wasser entstehen Rückstände, die die Haut rau und trocken machen – bis hin zu Alkaliekzemen bei empfindlicher Haut.

Bei Syndets zählen die Rohstoffe

Die Tenside in Syndets können aus umstrittenen Quellen stammen. Kritisch für Umwelt und Haut:

  • Erdöl: Fossile Rohstoffe, potenziell schädlich für Gewässer. Das Bayerische Landesamt für Umwelt fordert biologische Abbaubarkeit: Mindestens 60 % Zersetzung innerhalb von 28 Tagen.
  • Palmöl-Derivate: Aus Palm- oder Palmkernöl. Organisationen wie Rettet den Regenwald kritisieren die Rodung von Regenwäldern, die Artensterben fördert.
  • Kokosöl: Schonend für die Haut (CodeCheck), doch oft nicht nachhaltig durch Rodungen (Rettet den Regenwald).

Seife: Entsteht durch Verseifung von Fettsäuren und Lauge (DocCheck). Natürliche Zutaten:

  • Tierische Fette: Wie Rindertalg.
  • Pflanzliche Fette: Vegan, z. B. Olivenöl in der Alepposeife oder Leinöl – trotz Problemen bei Kokosöl-Seifen.

So erkennen Sie Syndets und Seife

Nur die INCI-Liste verrät es sicher. Hinweise: "Waschstück" oder "saurer pH" deuten auf Syndets. Problematische Sulfat-Tenside (aus Erdöl, hautreizend per DocCheck):

  • Sodium Lauryl Sulfate (SLS)
  • Sodium Laureth Sulfate (SLES)
  • Ammonium Lauryl Sulfate (ALS)
  • Sodium Myreth Sulfate

Naturkosmetik bevorzugt mildere Varianten wie Zuckertenside (CodeCheck) oder RSPO-zertifiziertes Palmöl:

  • Sodium Cocoyl Glutamate
  • Coco Glucoside
  • Sodium Cocoyl Hydrolyzed Soy Protein
  • Decyl Glucoside
  • Sodium Lauroyl Lactylate

Fazit: Syndet oder Seife – was passt zu Ihnen?

Die Wahl hängt von Hauttyp und Vorlieben ab. Syndets bieten Vielfalt für empfindliche oder fettige Haut, auch in Naturkosmetik – doch oft weniger nachhaltig. Seife, besonders Naturseife, punktet umweltfreundlich und plastikfrei (z. B. Haarseife), erfordert aber Nachpflege gegen Rückstände (Creme oder saure Rinse).

Unabhängig davon: Feuchten Sie die Haut immer nach – probieren Sie z. B. selbstgemachte Bodylotion.