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Indiens Goldmarkt kommt ins Stocken: Hohe Importsteuern fördern Schmuggel und mindern Einnahmen

Hohe Steuern auf den Import von Indiens beliebtestem Metall bremsen Verkäufe und zwingen Händler zu riskanten Praktiken, die letztlich die Staatseinnahmen schmälern.

Inder lieben Gold: Wir tragen es, hortens es und verschenken es gerne. Schätzungen zufolge halten Haushalte und Tempel 25.000 bis 30.000 Tonnen Goldreserven, oft generationenübergreifend. Kein Wunder, dass Indien eine Goldmetropole ist – rund ein Drittel des weltweiten Goldhandels passiert hier. Laut IMPACT-Bericht importiert Indien jährlich etwa 1.000 Tonnen Gold, 25 % mehr als offizielle Zahlen. Der Anstieg des Schmuggels hängt mit der Erhöhung des Einfuhrzolls von 10 auf 12,5 % im Juli 2019 zusammen.


Indiens Goldmarkt kommt ins Stocken: Hohe Importsteuern fördern Schmuggel und mindern Einnahmen


Mit 3 % GST und Lizenzgebühren belaufen sich die Abgaben auf rund 20 %. Hohe Steuern treiben den illegalen Handel. „Einfuhrzölle sind der Hauptgrund für Goldschmuggel und Steuerhinterziehung. Die Regierung sollte die negativen Effekte auf den Schmucksektor prüfen und Zölle senken, um Handel transparent zu machen“, betont M.P. Ahammed, Vorsitzender der Malabar Gold & Diamonds Group. Gold eignet sich ideal für Geldwäsche: kompakt, wertvoll und leicht transportierbar – ein Magnet für Schmuggler und Kriminelle.

Der graue Markt beunruhigt den organisierten Sektor. „Wir fordern eine Senkung von Zoll und GST auf 7 % statt 15,5 %“, sagt Ahammed. Verbraucher leiden am meisten: „Für 10 Gramm Gold zahlt man heute 7.750 Euro Steuern – absurd. Bei Remake-Schmuck aus Altgold kommt 18 % GST hinzu. Das wuchert den Schwarzmarkt auf“, erklärt Ashish Pethe, Vorsitzender des Gems and Jewellery Council.


Indiens Goldmarkt kommt ins Stocken: Hohe Importsteuern fördern Schmuggel und mindern Einnahmen

Benötigen wir wirklich so hohe Abgaben? Prof. Arvind Sahay vom India Gold Policy Center (IIM Ahmedabad) sagt Nein: „Die Krise begann 2013/14 durch Ölpreise und Goldimporte. Heute sind Devisenreserven um 120 Milliarden Dollar gestiegen, Importe gesunken. Der Zollgrund entfällt.“ Goldzölle bringen nur 20.000 Crore (0,8 % der Steuereinnahmen). „Mehr Aktivität im Sektor gleicht das aus“, so Sahay.


Statt Schmuggel zu fördern, braucht Indien eine kluge Politik, die kulturelle Goldliebe mit Wirtschaftsinteressen vereint. Hohe Steuern machen Indien unattraktiv – viel Produktion wandert nach Dubai. „Bei 15,5 % Abgaben haben wir das teuerste Gold weltweit“, warnt Colin Shah, Vorsitzender des Gems & Jewellery Export Promotion Council.


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Lösungen: MRP-Preise ohne Steuerausweisung, wie bei anderen Waren. „Das hemmt Schwarzhandel und macht Einzelhandel konform“, schlägt Ahammed vor. Zudem Stempellizenzen für alle Juweliere, auch kleine unter 40 Lakh Umsatz. „Sonst greifen sie zu Illegalem“, fordert B. Govindan, Vorsitzender der Südzone des All India Gems and Jewellery Domestic Council.