In einem viralen Beitrag spricht Content-Creator und Schauspieler Ankush Bahuguna über Make-up und Männlichkeit. „Nur ein Mann, der Eyeliner trägt“, startet er und öffnet damit einen Dialog über Akzeptanz – während er selbst souverän seinen Eyeliner auflegt. Weltweit erlebt Herren-Make-up einen massiven Boom: Von Augenbrauenfärbung bis hin zu vollständigen Gesichtskonturen hat die männliche Schönheitspflege alle Blicke auf sich gezogen.
Ankush, bekannt für seine eleganten Make-up-Tutorials, sieht darin mehr als einen vorübergehenden Hype. „Ich habe Make-up nie geschlechtsspezifisch betrachtet. Ich hätte nie gedacht, dass ich es nicht machen sollte, nur weil ich ein Mann bin. Also habe ich Videos gedreht, um es zu normalisieren“, erklärt er. Durch seinen Beruf in der Kosmetikbranche entdeckte er die Faszination: „Ein orangefarbener Farbkorrektor kann dunkle Ringe perfekt maskieren. Es ist eine faszinierende Mischung aus Wissenschaft und Kunst.“
Der Modechoreograf Karun Raman probierte Make-up erstmals vor 15 Jahren mit einem einfachen Kajalstift. Als Fan dramatischer Wimpern schwört er auf guten Concealer und Mascara. „Make-up hat nichts mit Sexualität zu tun. Jeder Filmschauspieler trägt es. Männliche Models sind heute sehr bewusst und passen ihr Make-up an ihren Hautton an. Manche halten es noch für weiblich, aber Sie werden überrascht sein, wie viele heterosexuelle Männer auf ihr Äußeres achten“, betont er.
Kaithi-Schauspieler Kanna Ravi, der kürzlich ein Fotoshooting mit markantem Kajal präsentierte, schreibt die Veränderung der Instagram-Kultur zu. „Hautpflege ist für trainierende Männer essenziell, um ein natürliches Aussehen zu wahren. Wir achten auf feine Details für einen frischen Look. Wenn sich jemand mit Make-up wohlfühlt, warum nicht?“
Während Herren-Make-up im Westen etabliert ist, hinken indische Männer hinterher, sagt Stylist und Maskenbildner Suresh Menon – aufgrund jahrelanger gesellschaftlicher Konditionierung. „Heute gehen die Leute offener damit um. Viele Männer wärmen sich langsam auf, besonders für Hochzeiten. Das stärkt das Selbstvertrauen.“
„Es braucht nur eine prominente Person im Mainstream, um es zu normalisieren“, sagt Kanna Ravi. Ankush ergänzt: „Wir haben noch einen langen Weg zu einer hassfreien Zone für Männerschönheit online. Aber das Internet verbindet Gleichgesinnte weltweit.“
In Zeiten wie diesen sollte es einfacher sein, meint Suresh. „Gender ist fließend. Eine Frau kann ein Kleid tragen, ein Mann ebenso. Es ist Zeit, uns selbst zu umarmen."
78,6 Mrd. USD: Die prognostizierte Marktbewertung für Herrenpflege bis 2023 laut Research and Markets.