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Nachtcreme: Ist sie wirklich notwendig? Expertenmeinungen und Fakten

Die Werbung verspricht Wunder mit Nachtcremes. Doch was braucht Ihre Haut wirklich? Als Dermatologie-Experten mit jahrelanger Praxis klären wir, ob eine Nachtcreme essenziell ist.

Was zeichnet eine Nachtcreme aus?

Viele Kosmetikmarken ergänzen Reiniger und Tagespflege mit Nachtcremes. Diese sind typischerweise fester und fetthaltiger als Tagesvarianten. Grund: Ihre Wasser-in-Öl-Formel (W/O) mit Ölen und Fetten. Tagescremes hingegen basieren oft auf wässrigen Extrakten, wirken leichter und kühlend.

Sie eignen sich vor allem für trockene Haut, empfindliche Haut oder reife Haut, die die Extra-Fettzufuhr verträgt. Heute gibt es auch leichtere Varianten für fettige Haut mit reduziertem Fettgehalt.

Wie wirken die Inhaltsstoffe in Nachtcremes?

Nachtcremes punkten mit hochkonzentrierten Wirkstoffen für jugendlichere Haut und weniger Falten, wie die Apotheken-Umschau berichtet. Doch wie effektiv sind sie wirklich?

  • Vitamine für die Haut: Vitamin C und Vitamin E fördern Zellteilung und schützen als Antioxidantien vor UV-Schäden. Der Körper versorgt die Haut normalerweise über das Blut – topische Aufnahme ist nicht vorgesehen.
  • Hyaluronsäure: Sie nimmt mit dem Alter ab, was Falten begünstigt. Der Körper produziert sie selbst aus Aminosäuren. Ob sie durch die Haut ins Bindegewebe dringt, ist umstritten.
  • Coenzym Q10: Laut Netdoktor versorgt es Zellen mit Energie und schützt vor Schäden. Auch hier produziert der Körper es eigenständig.

Übrigens: Nicht alle Nachtcremes sind harmlos. Ökotest ließ zwölf von getesteten Produkten durchfallen – wegen problematischen Duft- und Konservierungsstoffen.

Nehmen Hautzellen Wirkstoffe nachts besser auf?

Die These: In der Nacht regeneriert sich die Haut intensiver, Wirkstoffe wirken besser. Morgens strahlt sie erfrischt. Ökotest betont jedoch: Erholsamer Schlaf ist entscheidend. Es fehlt an Beweisen für nächtliche Aufnahmevorteile.

Können Nachtcremes die Haut verjüngen?

Ökotest testete 50 Nachtcremes auf Anti-Aging-Effekte – selbst teure Marken glätteten Falten nicht sichtbar. Heißt das, Cremes wirken gar nicht?

Wirkstoffe müssten tiefe Hautschichten erreichen. Doch sie treffen nur auf verhornte Zellen – abgestorbene Schichten wie Haare oder Nägel, die keine Nährstoffe brauchen. Scinexx erklärt: Neue Zellen entstehen tiefer und wandern hoch.

Die Hautbarriere aus Hornzellen und Talg schottet Fremdstoffe ab. Nur wenige medizinische Stoffe durchdringen sie, unterliegen strengen Arzneimittelregeln (Universität Halle). Kosmetik darf laut Bundesamt für Verbraucherschutz nur oberflächlich wirken.

Ökotest-Fazit: "Gute Pflege polstert die oberste Schicht – das schafft auch eine normale Creme." Herstellerstudien überzeugten die Tester nicht.

Fazit: Nachtcreme – ja oder nein?

Abendliche Gesichtsreinigung und Eincremen schaden nie. Eine Nachtcreme ist optional – Ihre bewährte Feuchtigkeitscreme reicht. Sparen Sie Geld und Müll.

Greifen Sie zu Naturkosmetik mit pflanzlichen Stoffen, ohne Parabene, Silikone. Zertifizierte Siegel helfen bei der Auswahl.

Tipp: Ausgewogene Ernährung, Bewegung und Schlaf pflegen die Haut nachhaltig – altersunabhängig.