Als Experten für Kosmetiktests wissen Institute wie Dermatest genau, ob Produkte Allergien auslösen können. Doch nicht jeder Hinweis 'dermatologisch getestet' ist ein offizielles Siegel. Erfahren Sie hier, was diese Begriffe nach EU-Recht und Praxis bedeuten.
'Dermatologisch getestet': Vorgaben der Kosmetikverordnung
Kosmetikhersteller werben häufig mit Angaben wie 'dermatologisch getestet' oder 'klinisch getestet'. Das sind jedoch Herstellerwerbung, keine zertifizierten Siegel.
Die EU-Kosmetikverordnung schützt Verbraucher vor irreführender Werbung, sagt aber wenig zur Testqualität aus. Für 'dermatologisch getestet' genügt es, das Produkt unter Aufsicht eines Dermatologen an Testpersonen zu prüfen. Wie die Pharmazeutische Zeitung PTA Forum erläutert, reicht die bloße Anwesenheit eines Hautarztes – ohne Vorgaben zu Tests oder Ergebnissen.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz verweist auf ein EuGH-Urteil (Rs. C-99/01): Verbraucher erwarten einen erfolgreichen Test ohne Hautreizungen.
Ökotest urteilte bereits 2010: 'Dermatologisch getestet' ist eine Selbstverständlichkeit. Jeder seriöse Hersteller testet auf Verträglichkeit – oft beim unabhängigen Institut Dermatest.
Dermatest: Ablauf der Hauttests
Ein Dermatest-Experte beschreibt bei Ökotest den Standard-Epikutantest für 'dermatologisch getestet': Ähnlich einem Allergietest prüfen rund 30 Personen (ein Drittel mit empfindlicher Haut) das Produkt.
- Produkt wird auf Rücken oder Oberarme aufgetragen und abgeklebt.
- Nach mindestens 24 Stunden kontrolliert ein Dermatologe auf Rötungen oder Auffälligkeiten.
- Bei Erfolg darf geworben werden.
Dermatest vergibt eigene Siegel:
- Dermatest-Siegel: Epikutantest mit 'sehr gut'-Ergebnis; Jahreszahl zeigt Testdatum.
- 3-Sterne-Siegel: Zusätzlich Wirkungstests (z. B. Feuchtigkeit) über vier Wochen – strengere Prüfung auf Verträglichkeit und Effektivität.
'Klinisch getestet': Das 5-Sterne-Siegel von Dermatest
Die EU-Verordnung fordert für 'klinisch getestet' einen arztüberwachten Test mit Protokoll. Dermatest testet vier Wochen mit 20–50 Personen, inklusive Epikutantest am Ende.
Seriöse Hersteller sorgen für reizfreie Produkte, Ergebnisse bleiben jedoch oft geheim.
Das 5-Sterne-Siegel ist anspruchsvoller:
- Testpersonen passen zur Zielgruppe (Alter, Hauttyp).
- Anwendung am realen Einsatzort (z. B. Augencreme nicht am Arm).
- Messungen zu Elastizität und Feuchtigkeit.
Außer Dermatest: Siegel für Allergiker
Hinweise wie 'hypoallergen' oder 'für Allergiker geeignet' bieten keine 100%ige Garantie – Allergien sind vielfältig. Die Verordnung empfiehlt, bekannte Allergene (Konservierungs-, Duft-, Farbstoffe) zu vermeiden.
DAAB-Siegel
Der Deutsche Allergie- und Asthmabund testet mit Allergikern: Bei 80% reizfrei plus Verbotsliste (z. B. Lanolin, ätherische Öle) – strengere Kriterien.
ECARF-Siegel
Die Europäische Stiftung für Allergieforschung erlaubt minimale Mengen bekannter Allergene, bewertet per Studien und Tests. Ökotest kritisiert fehlende Verbotsliste.
Übrigens: Allergiker-Produkte können synthetische Stoffe enthalten. Naturkosmetik-Siegel wie NCP oder BDIH helfen bei der Orientierung.
Bestenliste: Die besten Naturkosmetik-HerstellerFazit: Dermatest und Co. im Überblick
Siegel von Dermatest, DAAB oder ECARF bieten mehr Sicherheit durch unabhängige Tests. Nehmen Sie Begriffe wörtlich: 'Dermatologisch getestet' heißt nur, ein Hautarzt war involviert.
Keine Garantie für Ihre Haut – prüfen Sie Inhaltsstoffe selbst, z. B. mit Apps wie Codecheck auf Allergene oder Mikroplastik. Probieren Sie aus, was passt.