Schwarze Masken versprechen glatte, reine Haut frei von Pickeln und Mitessern – ein viralen Beauty-Trend aus Social Media. Als Kosmetikexperten enthüllen wir die Fakten hinter dem Hype.
Auf Instagram explodierte der Trend mit #blackmaskoriginal aus Taiwan, das einen porzellanhäutigen Teint verspricht. Nutzer teilen Selfies mit schwarzer Reinigungsmaske auf Plattformen, ohne Inhaltsstoffe zu prüfen. Auf YouTube mischen sie DIY-Versionen aus Aktivkohle und Kleber.
Schwarze Masken: Der Beauty-Trend mit dem Versprechen eines "Porzellan-Teints"
Kosmetikhersteller springen auf den Zug und fluten Drogeriemärkte mit schwarzen Produkten an auffälligen Aufstellern. Die schwarze Optik kontrastiert zum klassischen Weiß und verkörpert "black is beautiful".
Meist sorgt Aktivkohle für die Färbung. Sie soll Mitesser und Pickel entfernen, ergänzt durch bleichende Stoffe.
Öko-Test hat mehrere schwarze Pflegeprodukte auf Schadstoffe untersucht. Viele basieren auf Aktivkohle für porentiefe Reinigung, andere färben mit Eisenoxid oder Ruß, um Trends zu bedienen.
Öko-Test zu schwarzen Masken: Keine nachweisbare Wirkung von Aktivkohle
Die Wirksamkeit von Aktivkohle in Kosmetik ist umstritten. Bekannt aus der Medizin gegen Magenprobleme, bindet sie Stoffe dank poröser Oberfläche – doch reagiert schnell mit allem.
Experten zweifeln an den Versprechen: Die Kohle sättigt sich mit anderen Inhaltsstoffen, bevor sie die Haut erreicht – wie ein voller Schwamm. Weder Hersteller noch unabhängige Studien belegen die Effekte.
Aktivkohle birgt Risiken:
- Porosität durch chemische Gasbehandlung.
- Entsteht bei Holzverbrennung.
- Erzeugt polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).
- Das BfR stuft PAK als krebserregend ein; sie verursachen Hautentzündungen oder Schleimhautschäden.
Schwarze Masken im Test: PAK-Rückstände und PEG in vielen Produkten
Öko-Test fand in vielen Produkten PAK-Reste und umstrittene PEG-Emulgatoren.
- Nur "Balea Men Vulkanstein Peeling + Maske" schnitt bei Inhaltsstoffen sehr gut ab – ohne Aktivkohle, stattdessen Eisenoxid.
- Bei Aktivkohle-Produkten überzeugte die bio-zertifizierte "Eben Reinigungsseife" von Manna – trotz geringer PAK-Spuren (Punktabzug nur bei einwirkenden Masken).
So erkennen Sie die Färbung:
- Charcoal Powder: Aktivkohle.
- Carbon Black oder CI 77266: Industrieruß.
- CI 77499: Eisenoxid-Farbe.
Unser Tipp: Heilende Erden als sichere Alternative zu schwarzen Masken
Die Wirkung von Aktivkohle bleibt fragwürdig. Naturkosmetik setzt auf bewährte heilende Erden für sanfte Reinigung aller Hauttypen. Sie binden Talg und lindern Entzündungen.
Als Gesichtsmasken trocknen sie, erzeugen Wärme für bessere Durchblutung und verstärkte Wirkung.
- Heilerde (braun): Günstig in Drogerien für DIY-Masken gegen Unreinheiten.
- Kaolin (weiße/graue Tonerde): Nimmt Talg auf, verfeinert Poren.
- Rhassoul: Marokkanische Tonerde in Reinigungsprodukten.
- Meeresschlamm: Basis der französischen Thalasso-Therapie bei Hautleiden.