Cotton made in Africa (CmiA) ist ein etablierter Standard für nachhaltigere Baumwolle aus Subsahara-Afrika. Er berücksichtigt ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. Obwohl beeindruckende Fortschritte erzielt wurden, gibt es noch Verbesserungspotenzial.
Der Standard Cotton made in Africa fördert Baumwolle aus Afrika unter strengen Kriterien für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Ziel ist es, die Produktion umweltverträglicher zu machen und die Lebensbedingungen von Kleinbauern:innen sowie Arbeitsverhältnisse in Entkörnungsanlagen zu verbessern.
CmiA verbietet Kinderarbeit, gefährliche Pestizide und gentechnisch veränderte Sorten. Kleinbauern:innen erhalten faire Vergütung und Schulungen zur Ertragssteigerung und Einkommensverbesserung.
Nach Angaben der Initiative produzieren rund eine Million Farmer:innen aus 10 Ländern Subsahara-Afrikas CmiA-Baumwolle – das entspricht ca. 30 Prozent der afrikanischen Produktion. 2020 ergaben sich daraus 276 Millionen Textilien.
Die Hamburg-basierte Aid by Trade Foundation (AbTF) trägt den Standard. Gegründet 2005 von Michael Otto (ehemaliger Otto-Group-Chef), wirkt sie unabhängig. Der Ansatz: Marktorientierte, langfristige Unterstützung statt Almosen für Umweltschutz und Armutsbekämpfung.
Hintergründe: Warum Cotton made in Africa entstand
Die globale Baumwollernte beträgt jährlich 25 Millionen Tonnen (Umweltinstitut München) und macht ein Viertel der Textilfasern aus. Baumwolle wächst in über 70 Ländern, doch Indien, China und USA dominieren mit Millionentonnen.
Afrikanische Produzenten hinken nach, da Kleinbauern:innen vielfältigen Herausforderungen begegnen:
- Schwache Anbindung an internationale Märkte.
- Niedrige Produktivität durch fehlendes Wissen, Klimabelastungen und Infrastrukturmängel.
- Handpflückung auf kleinen Flächen mit Fruchtfolge, ohne Subventionen.
Gegen diese Benachteiligung entstand CmiA als "Hilfe zur Selbsthilfe durch Handel". Schulungen vermitteln effiziente, umweltschonende Methoden. Finanzierung erfolgt über Lizenzgebühren von Abnehmern.
Cotton made in Africa: Die Kriterien im Überblick
Der Standard umfasst Ausschluss- und Nachhaltigkeitskriterien. Ausschlüsse müssen sofort gelten, Nachhaltigkeit stufenweise mit Plänen. Unabhängige Auditor:innen prüfen regelmäßig; Nichteinhaltung führt zum Entzug.
Ausschlusskriterien verbieten u.a.:
- Weniger als 95 % Verträge mit Kleinbauern:innen.
- Künstliche Bewässerung (nur Regenfeldanbau).
- Abholzung von Primärwäldern oder Eingriffe in Schutzgebiete.
- Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Menschenhandel.
- Einschränkung von Versammlungsfreiheit.
- Gentechnik, gefährliche Pestizide.
- Ungleiche Löhne, Diskriminierung.
Nachhaltigkeitskriterien fordern Verbesserungen bei Lebens- und Arbeitsbedingungen:
- Mindestlohn oder besser, geregelte Zeiten.
- Gesundheits- und Sicherheitsstandards.
- Keine Diskriminierung oder Zwangsarbeit.
Umweltseitig:
- Reduzierter Pestizideinsatz.
- Bodenschutz, Gewässerschonung.
- Umweltmanagement in Fabriken.
Erfolge für Farmer:innen und Umwelt
Die AbTF erfasst Impacts durch Daten. Studien belegen:
- Schulungen steigern Erträge und sensibilisieren für Bildung, Gleichstellung, Umweltschutz.
Umweltvorteile (Report):
- 13 % weniger Treibhausgase als globaler Durchschnitt.
- Minimaler Wasserverbrauch: 2100 Liter Einsparung pro kg.
Partner der Initiative
Netzwerk umfasst Händler, Spinnereien, Marken. Neue: BRAX, Jolo, Shinsegae. Bekannte:
- Otto-Gruppe (Baur, Bonprix, About You etc.).
- Bestseller (Vero Moda etc.), Hugo Boss, S.Oliver, Tchibo, Discounter.
Ist Cotton made in Africa Greenwashing?
CmiA wirkt am Anbau – kritischem Punkt der Kette. Konventionelle Baumwolle verbraucht extremes Pestizidvolumen (Umweltinstitut München). CmiA reduziert das nachweislich, verbietet Ausbeutung, ist aber kein Bio-Standard. Unabhängige Kontrollen sichern Einhaltung. Kein Greenwashing, sondern echter Beitrag.
Transparenzmängel in der Lieferkette
Nach Ernte folgen Spinnerei, Färberei etc. CmiA bietet zwei Systeme:
Massenbilanz:
- Gemischung möglich, Balancekontrolle.
- Min. 5 % CmiA-Anteil; Logo "Supporting...".
Hard Identity Preserved:
- Tracking, keine Mischung; Logo "Inside".
- Max. 50 % Nicht-Baumwolle.
Nach Spinnerei nur Verhaltenskodex, keine unabhängige Prüfung. Risiko: Greenwashing durch geringen Anteil. Prüfen Sie: Bewerbung, Transparenz, Gesamtanteil, Firmenbemühungen.
Fazit: Auf dem richtigen Weg
CmiA verknüpft Nachhaltigkeitsziele erfolgreich, bringt faire Baumwolle in den Massenmarkt. Transparenzlücken fordern Vorsicht. Empfehlenswert für Teilschritte; ergänzen durch Markenprüfung oder GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) – Utopia-Siegel-Ratgeber.