Viskose zählt zu den beliebtesten Textilfasern weltweit. In diesem Beitrag beleuchten wir ihre Eigenschaften, Nachhaltigkeitsaspekte und empfehlen umweltfreundliche Alternativen – basierend auf fundierten Branchenkenntnissen.
Was ist Viskose?
Viskose ist eine vielseitige Faser, die in der Textilindustrie weit verbreitet ist. Sie lässt sich leicht verarbeiten und ist kostengünstig, weshalb sie häufig allein oder in Kombination mit Stoffen wie Baumwolle eingesetzt wird.
Der Rohstoff ist Cellulose aus Holz von Buchen, Fichten, Bambus oder Eukalyptus. Durch Zugabe chemischer Substanzen entsteht daraus eine halbsynthetische Faser. Im Viskoseverfahren werden die Cellulosefasern mit Wasser, Schwefelkohlenstoff und Natronlauge unter hohem Druck durch Düsen gepresst.
Als halbsynthetisch lässt sich Viskose weder eindeutig den Naturfasern wie Wolle, Baumwolle oder Seide noch den voll synthetischen wie Polyester oder Nylon zuordnen. Häufig wird sie als „Rayon“, „Reyon“ oder „Kunstseide“ vermarktet.
Eigenschaften von Viskose
Das chemische Verfahren ermöglicht eine Faser, die optisch und haptisch an natürliche Baumwolle erinnert. Im Gegensatz zu reinen Naturfasern können Chemikalien die Fasern gezielt modifizieren – für längere, feinere, stärkere oder speziell geformte Varianten.
Viskose überzeugt durch folgende Vorteile:
- Sie ist pflegeleicht und leichter waschbar als Baumwolle.
- Der glatte Fall erlaubt oft das Bügeln zu sparen.
- Sie fühlt sich angenehm weich und hautverträglich an.
- Hochsaugfähig und leicht einzufärben, ideal für Drucke.
- Feuchtigkeitsabsorbierend, geeignet für Sport- und Arbeitskleidung.
Wie nachhaltig ist Viskose?
Viskose hat klare Stärken:
- Basierend auf dem nachwachsenden Rohstoff Cellulose.
- Kein Erdöl wie bei Polyester.
- Meist pestizidfrei im Anbau.
Dennoch problematisch für die Umwelt:
- Das Verfahren verbraucht hohe Energiemengen.
- Große Mengen Chemikalien verschmutzen Wasser und Luft als giftige Dämpfe. Eine Studie der „Changing Markets Stiftung“ zeigt gravierende Schäden: Arbeiter in Fabriken leiden unter gesundheitlichen Risiken, ebenso Anwohner. Rund 83 Prozent der Produktion entfällt auf China, Indien und Indonesien mit schwachem Umwelt- und Arbeitsschutz. Globale Marken wie H&M und Zara beziehen daraus, wie The Guardian berichtet.
Nachhaltige Alternativen zu konventioneller Viskose: Modal, Tencel, Lyocell und Lenpur
Trotz Vorteilen gegenüber Synthetik lohnt ein Blick auf Alternativen für umweltbewusste Konsumenten. Achten Sie auf „Modal“, „Tencel“, „Lyocell“ oder „Lenpur“ – Regeneratcellulosefasern mit besserer Ökobilanz.
- Modal aus heimischen Buchen, ideal zertifiziert. Erhältlich z. B. bei Avocadostore.
- Lyocell/Tencel aus FSC-zertifiziertem Eukalyptus: Ohne giftige Lösemittel, Abwasser recycelbar, keine Dämpfe.
- Lenpur-Viskose („Peace-Viskose“) aus Baumrückschnitt – kein Fällen nötig, rein mechanisch ohne Chemie.